Ehemaliges "Camp Freya" und weitere militärische Einrichtungen auf dem Hohen Meißner
bei Hessisch Lichtenau-Hausen
| Ehemaliges "Camp Freya" und weitere militärische Einrichtungen auf dem Hohen Meißner |
Der Frau-Holle-Name "Freya" war Pate bei der Benennung der in den Jahren 1937/38 im Bereich zwischen den heutigen Anlagen von Sender, Skilift und Berggasthof errichteten Flugwetterstation, die den Flugplatz Eschwege bediente. Zugleich entstanden hier mehrere militärische Gebäude. Sie wurden in der Zeit des Kalten Krieges von 1945 zunächst von US-Streitkräften, später von der Bundeswehr und zuletzt wieder von der US-Army bis 1992 genutzt, die im Rahmen des Abzugs der Alliierten (bis 1994) von hier abberufen wurden. Nach Leerstand wurden die Gebäude 1998 abgerissen.
Auch von weiteren ehemaligen militärischen Einrichtungen fehlt inzwischen jede Spur:
- Die "Melone" war eine nahe der Kasseler Kuppe von der Deutschen Wehrmacht im Sommer 1943 in Betrieb genommene Nachtjägerleitstation. Sie bestand aus mehreren Radartürmen und Gebäuden, von denen aus die Fluglotsen Flugzeuge steuerten. Am 1. April 1945 wurde die Station von der US-Army übernommen, die sie nach kurzer Nutzungsdauer abbaute.
- Als "Cola-Dose" wurde eine 1953 vom US-Militär gebaute und 1995 wieder abgerissene Abhöranlage nahe der Kalbe bezeichnet. Sie bestand aus einem Gebäude mit einem kleinen Turm und nebenstehenden Baracken und wurde später vom Bundesnachrichtendienst übernommen und als Bundesstelle für Fernmeldestatistik getarnt. Sie diente jedoch dazu, den Funkverkehr der Staaten des Warschauer Pakts abzuhören.
- Zwei weitere Abhöranlagen - eine gemeinsam für US-Army und Bundeswehr, die andere für den Bundesnachrichtendienst (BND) - entstanden an der Landesstraße L 3241 etwa 300 Meter westlich vom Schwalbenthal, der "Eloka-Stützpunkt". Er wurde von 1948 bis 1992 genutzt. zuletzt war nur der etwa 80 Meter hohe Betonturm der Bundeswehr noch vorhanden, der im Volksmund "Meißner-Turm" genannt wurde. Er wurde im November 2002 gesprengt.
Die Sendemasten auf dem Hohen Meißner werden vom Hessischen Rundfunk seit April 1952 für Hörfunk-Übertragungen, ab 1955 für die Übertragung des Fernsehprogramms genutzt. Der Hohe Meißner war in Zeiten des Kalten Kriegs ähnlich wie Torfhaus im Harz und Dannenberg an der Elbe ein wichtiger Senderstandort, um die Bürger der DDR mit "Westfernsehen" zu versorgen.
Kontakt
AnschriftWanderparkplatz ehem. Berggasthof Meißner
37235 Hessisch Lichtenau (Hoher Meißner)
Anfahrt
von der L3241 über den Hohen Meißner der Ausschilderung zum Wanderparkplatz am ehemaligen Berggasthof Meißner folgen.